Asperger-Eltern

Schulbildung


Es gibt in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - keine Spezial-Schulen für autistische Kinder, es sei denn als Versuchs-Projekt. Deshalb ist es für Eltern eine sehr schwierige Entscheidung, in welche Schule ihr Kind gehen soll.

Für viele autistische Kinder sind Sonder- oder Förder-Schulen wegen der kleinen Klassen und dem besonderen pädagogischen Know-how der Lehrkräfte die richtige Wahl. Besonders mit Sprachheil-Schulen, Schulen für Körperbehinderte oder Seh-Behinderte, wurden gute Erfahrungen gemacht.

Da Autismus eine Wahrnehmungsverarbeitungs-Störung beinhaltet, können die Kinder vom besonderen Angebot dieser Schulen profitieren.

In jedem Fall ist es notwendig, sich schon lange vor Einschulungs-Termin mit der entsprechenden Schule in Verbindung zu setzen, die Lehrkräfte kennen zu lernen und sie über Autismus im Allgemeinen und die besonderen Eigenheiten des Kindes im Speziellen zu informieren.

Manche autistische Kinder besitzen eine Hochbegabung bzw. "Begabungs-Inseln", hier muss besonders geprüft werden, mit welcher Schulform man ihren Bedürfnissen gerecht wird.

In einer Untersuchung aus dem Jahr 1974 von 50 leicht autistischen Jugendlichen über den Zeitraum von einem Jahr (von der Beschreibung her hätten diese Jugendlichen heute wohl die Diagnose "Asperger-Syndrom" oder "High-functioning-Autismus") wurde auch speziell auf besondere Talente eingegangen.

Einige Kinder (besonders mit High-functioning-Autismus oder Asperger-Syndrom) haben auch auf einer Regelschule gute Chancen, wenn die Schule bereit ist, sich auf die speziellen Bedürfnisse des autistischen Schülers einzulassen.

Was dies bedeutet, wird in dem Artikel von Ronnie Halligan, Gymnasial-Lehrer, dargestellt.

Einigen Kindern wird im Rahmen der "Eingliederungshilfe" (KJHG § 35a) vor allem an Regelschulen eine individuelle Unterstützung in Form einer Schulbegleitung zur Seite gestellt. Diese Möglichkeit hat sich als sehr hilfreich zur Integration der autistischen Kinder erwiesen, wie auch im Lebensbericht von "St." dargestellt wird.

Grundsätzlich ist eine Schulbegleitung auch an Sonderschulen möglich. Die Empfehlungen der Kultusminister-Konferenz vom 16. Juni 2000 "zur Erziehung und Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten" lassen dies ausdrücklich zu. Inwieweit diese Empfehlungen jedoch umgesetzt werden, liegt bei den einzelnen Bundesländern.


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